Institut für interdisziplinäre Erforschung der
Mensch-Tier-Beziehung
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Das IEMT | Organisation | Prof. Dr. Marcel Wanner

Prof. Dr. Marcel Wanner

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Werdegang:

1967–1972 Studium der Veterinärmedizin an der Universität Bern; 1973–1974 Doktorand am Veterinär-Bakteriologischen Institut der Universität Bern; 1975–1985 Tierarzt an der Eidgenössischen Forschungsanstalt für viehwirtschaftliche Produktion, Grangeneuve-Posieux; seit 1985 Professor für Tierernährung an der veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Zürich.

Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des IEMT seit: 1990

Eigene Heimtiere:

Zur Zeit keine. Früher Golden Retriever, Katze sowie 40 Zierfische im Aquarium.

Kaninchen haben meine Berufswahl stark beeinflusst

Schon früh erhielt ich von meinen Eltern zwei Kaninchen, für die ich sorgen musste. Bald war ich Kaninchenzüchter und trieb Handel. Ich lernte Gras mähen, Heu und Emd bereiten, ging nach der Getreideernte Ähren sammeln und stahl ab und zu aus Mutters Garten ein Rüebli für meine Kaninchen. Ich wurde aber auch mit Krankheiten und dem Tod konfrontiert, wenn z.B. die «Trommelsucht» (Darmkokzidiose) im Bestand ihre Opfer forderte. In dieser Zeit wurde wahrscheinlich der Grundstein für meine spätere berufliche Laufbahn als Tierarzt und Tierernährer gelegt.

Kaninchen kaufte ich dann auch meinen beiden Söhnen, die aber an meinem einstigen Hobby keinen Gefallen fanden. Doch die Golden-Retriever-Hündin Larissa fand begeisterte Aufnahme in unserer Familie, ebenso die Katze. Larissa erleichterte uns die Integration nach dem Umzug an einen neuen Wohnort. Beim Spazieren mit ihr ergaben sich Gespräche und Kontakte mit andern Menschen, die es ohne Hund kaum gegeben hätte.

Dass wir heute keine Haustiere mehr besitzen, hängt mit dem grossen beruflichen und gesellschaftlichen Engagement der Familie zusammen. Leider fehlt uns die Zeit, ein Heimtier so zu halten, dass wir seinen Ansprüchen gerecht werden können.

Die Pflicht, mit Tieren respektvoll umzugehen

Heimtiere bereichern unser Leben in vielfältiger Art und Weise. Doch aus dieser Bereicherung erwächst dem Menschen die Pflicht, mit den Tieren respektvoll umzugehen und sie als Individuen mit eigenem Charakter und eigenen Ansprüchen wahrzunehmen. Selbst eine sehr enge emotionale Beziehung muss die Individualität des Tieres respektieren. In der Partnerschaft Mensch–Heimtier muss auch der schwächere Partner, das Tier, zu seinem Recht kommen und sich seiner Natur entsprechend verhalten können. Die Beziehung Mensch–Heimtier hat darum auch immer die Richtung Heimtier–Mensch, und dies gilt es besonders zu beachten, wenn ein Tier angeschafft wird.

IEMT Schweiz ist ein geeignetes Forum

Ich bin seit der Gründung des IEMT Schweiz Mitglied des wissenschaftlichen Beirats. Einerseits ist es mein Anliegen, die Forschung der Mensch-Tier-Beziehung zu fördern, weil daraus sowohl für das Tier wie für den Menschen ein positiver Nutzen resultieren kann. Andererseits möchte ich mich in dieser Beziehung für das Tier einsetzen und seine Ansprüche in Bezug auf artgerechte Ernährung und Haltung verteidigen. IEMT ist das geeignete Forum, den respektvollen Umgang mit dem Tier zu fördern, so dass die Beziehung zwischen Mensch und Heimtier für beide Partner zum Gewinn wird.